Strom- und Gaspreise Österreich: Prognose für Oktober 2026 bis Februar 2027
Wie entwickeln sich die Strom- und Gaspreise in Österreich in den kommenden Monaten? Aktuelle Daten von E-Control, CEGH, Gas Infrastructure Europe und der Europäischen Kommission zeigen ein weiterhin anspruchsvolles Marktumfeld. Besonders der Stromgroßhandel bleibt von hohen Preisen und starken Schwankungen geprägt.
Das Wichtigste in Kürze
Für den Winter 2026/27 spricht die aktuelle Datenlage nicht für eine schnelle Rückkehr zu dauerhaft niedrigen Großhandelspreisen. Beim Strom sind die Preise bereits seit Monaten erhöht. Beim Gas liegt der österreichische Terminmarkt ebenfalls auf einem hohen Niveau.
Gleichzeitig ist es wichtig, Preisentwicklung und Versorgungssicherheit zu unterscheiden. Nach dem derzeitigen Stand sehen weder E-Control noch die Europäische Kommission eine unmittelbare Gefährdung der Gasversorgung.
Strompreise in Österreich bleiben auf erhöhtem Niveau
Der österreichische Stromgroßhandel ist 2026 deutlich teurer geworden. Nach Angaben der E-Control lag der monatliche Day-Ahead-Durchschnittspreis für österreichische Lieferung seit Mai 2026 jeweils über 100 Euro je Megawattstunde.
Für August meldete E-Control mit Datenstand 14. August einen durchschnittlichen Base-Preis von rund 144 €/MWh. In den Abendstunden wurden im Durchschnitt rund 219 €/MWh ausgewiesen.
Als wesentliche Einflussfaktoren nennt die Regulierungsbehörde unter anderem Trockenheit, eingeschränkte Wasserkrafterzeugung, höheren Importbedarf, den Gasmarkt sowie zeitweise eingeschränkte Kraftwerksverfügbarkeiten in Zentraleuropa.
Was der Terminmarkt für Strom bisher gezeigt hat
Auch der Terminmarkt hatte bereits früh höhere Preise für das Winterhalbjahr signalisiert. E-Control berichtete Ende Mai 2026 für Stromlieferungen im vierten Quartal 2026 von Terminmarktabschlüssen in Höhe von 133 €/MWh für Base und 161 €/MWh für Peak.
Die offizielle E-Control-Berechnung des österreichischen Marktpreises zeigt außerdem, dass die EEX-Phelix-AT-Quartalsfutures zwischen 22. und 26. Juni 2026 für das vierte Quartal zwischen 127,67 und 130,91 €/MWh lagen. Für das erste Quartal 2027 lagen die dort veröffentlichten Werte zwischen 124,20 und 127,55 €/MWh.
Diese Zahlen sind ausdrücklich historische Settlement-Preise aus Mai und Juni und keine aktuellen September-Kurse. Sie zeigen jedoch, dass der Markt bereits Monate im Voraus ein höheres Winterpreisniveau berücksichtigt hatte.
Quelle: E-Control - Marktpreis auf Basis österreichischer EEX-Futures
Gaspreise Österreich: CEGH-Futures bleiben hoch
Für Gas stehen besonders aktuelle österreichische Daten zur Verfügung. Der Central European Gas Hub, CEGH , veröffentlicht laufend Spot- und Terminmarktpreise für das österreichische Marktgebiet.
| CEGH-Kontrakt | Settlement | Umgerechnet | Handelstag |
|---|---|---|---|
| Oktober 2026 | 73,410 €/MWh | ca. 7,34 ct/kWh | 25.09.2026 |
| 4. Quartal 2026 | 73,375 €/MWh | ca. 7,34 ct/kWh | 25.09.2026 |
| Winter 2026 | 73,068 €/MWh | ca. 7,31 ct/kWh | 25.09.2026 |
Die nahezu gleichen Werte für Oktober, das vierte Quartal und den Winterkontrakt zeigen: Der Terminmarkt hat für die Winterperiode bereits ein hohes Gaspreisniveau eingepreist. Eine automatische weitere Preissteigerung von Monat zu Monat lässt sich aus diesen Daten nicht ableiten.

Strugo erklärt: Börsenpreis ist nicht gleich Strom- oder Gastarif
Steigt der Großhandelspreis heute, bedeutet das nicht automatisch, dass sich morgen jeder bestehende Strom- oder Gasvertrag verteuert. Energieanbieter beschaffen Mengen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit unterschiedlichen Strategien.
Deshalb können sich Tarife trotz identischer Marktlage deutlich unterscheiden. Entscheidend sind unter anderem Preisbindung, Vertragslaufzeit, Beschaffungszeitpunkt, Grundpreis und weitere Vertragsbedingungen.
Österreichs Gasspeicher sind zu 67,89 Prozent gefüllt
Ein weiterer wichtiger Faktor für den Winter ist der Speicherstand. Nach Daten von Gas Infrastructure Europe waren Österreichs Gasspeicher am 28. September 2026 zu 67,89 Prozent gefüllt.
In den österreichischen Speichern befanden sich zu diesem Zeitpunkt 68,08 TWh Gas. Der durchschnittliche Füllstand der EU-Gasspeicher lag am selben Tag bei 70,87 Prozent beziehungsweise 801,99 TWh.
Österreich verfügt zusätzlich über eine strategische Gasreserve
Österreich hält zusätzlich eine staatlich kontrollierte strategische Gasreserve von 20 TWh. Der Hauptausschuss des Nationalrates verlängerte diese Reserve im Juli 2026 bis zum 1. April 2029.
Laut Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus entsprechen 20 TWh ungefähr einem Viertel des österreichischen Jahresverbrauchs.
Ist die Gasversorgung im Winter 2026/27 gefährdet?
Nach den aktuell verfügbaren offiziellen Informationen gibt es dafür keinen belastbaren Hinweis.
Die E-Control hält in ihrem Bericht zur Versorgungssicherheit fest, dass die österreichische Gasversorgung für die Winterperiode 2026/27 bei gleichbleibender Importsituation und Infrastruktur gewährleistet ist. Der entsprechende Datenstand ist der 28. Juli 2026.
Auch die Europäische Kommission erklärte am 25. September 2026, dass die Gasversorgung in der EU trotz niedrigerer Speicherstände weiterhin stabil ist.
Gleichzeitig bleibt der Markt empfindlich gegenüber geopolitischen Entwicklungen, LNG-Verfügbarkeit, Wetter, Kraftwerksverfügbarkeit und der tatsächlichen Gasnachfrage im Winter.
Prognose für Strom und Gas: Oktober 2026 bis Februar 2027
Auf Basis der verifizierten Marktdaten ergibt sich für die kommenden fünf Monate folgendes Bild. Die Tabelle enthält bewusst keine erfundenen Monatswerte für Strom. Wo keine ausreichend aktuelle Primärquelle für einen exakten Monatsfuture vorliegt, wird keine Zahl angegeben.
| Monat | Strom | Gas | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Oktober 2026 | erhöht und volatil | CEGH Oktober-Future: 73,410 €/MWh | Der Großhandelsmarkt startet auf hohem Niveau in das Winterhalbjahr. |
| November 2026 | erhöhtes Preisrisiko | Winterkontrakt rund 73 €/MWh | Weniger PV-Erzeugung und höhere Bedeutung thermischer Kraftwerke erhöhen saisonal die Sensitivität gegenüber Gas- und Importpreisen. |
| Dezember 2026 | erhöht und wetterabhängig | Winterkontrakt rund 73 €/MWh | Wetter, Verbrauch, LNG-Verfügbarkeit und Kraftwerksverfügbarkeit bleiben entscheidende Einflussgrößen. |
| Jänner 2027 | erhöhtes Winterrisiko | Winterkontrakt rund 73 €/MWh | Kalte Perioden können Nachfrage und kurzfristige Preise deutlich beeinflussen. |
| Februar 2027 | weiterhin volatil möglich | Winterkontrakt rund 73 €/MWh | Speicherstand und verbleibender Winterverlauf gewinnen zunehmend an Bedeutung. |
Einordnung auf Basis der am 29.09.2026 verfügbaren Informationen von E-Control, CEGH, GIE, BMWET und der Europäischen Kommission. Terminpreise sind Marktpreise für zukünftige Lieferperioden und keine garantierten zukünftigen Spot- oder Endkundenpreise.
Was bedeutet das für Haushalte und Unternehmen?
Die aktuelle Marktlage bedeutet nicht, dass jeder bestehende Vertrag automatisch gewechselt werden sollte. Ein günstiger Fixpreis kann in einem volatilen Markt wertvoll sein. Gleichzeitig können ältere oder ungünstige Verträge weiterhin deutlich über aktuellen Alternativen liegen.
Ein Tarifvergleich sollte deshalb nicht ausschließlich auf einen beworbenen Cent-pro-kWh-Wert reduziert werden. Wichtig sind auch Grundpreis, Preisgarantie, Vertragsbindung, Rabatte, Kündigungsfristen und die persönliche Verbrauchssituation.
Genau hier setzt die laufende Betreuung durch StruGa Energiepartner an.
Strom- oder Gasvertrag prüfen lassen
Sie möchten wissen, ob Ihr aktueller Tarif noch zu Ihrer Situation passt? StruGa Energiepartner prüft Strom, Gas und auf Wunsch auch PV-Einspeisung anbieterübergreifend.
Häufige Fragen zu Strom- und Gaspreisen in Österreich
Werden Strompreise in Österreich im Winter 2026/27 steigen?
Eine sichere Vorhersage ist nicht möglich. Die aktuellen Großhandelsdaten zeigen jedoch bereits ein erhöhtes Preisniveau. E-Control weist außerdem auf höhere Preisrisiken im Winterhalbjahr hin, unter anderem wegen der größeren Bedeutung thermischer Erzeugung und der geringeren PV-Produktion.
Wie hoch ist der Gaspreis derzeit am österreichischen Terminmarkt?
Am 25. September 2026 lag der CEGH-Future für Oktober 2026 bei 73,410 €/MWh. Der Q4-2026-Kontrakt lag bei 73,375 €/MWh und der Winter-2026-Kontrakt bei 73,068 €/MWh.
Wie voll sind die österreichischen Gasspeicher?
Laut Gas Infrastructure Europe waren die österreichischen Speicher am 28. September 2026 zu 67,89 Prozent gefüllt. Eingelagert waren 68,08 TWh Gas.
Ist die Gasversorgung in Österreich gefährdet?
Nach dem aktuell veröffentlichten Stand von E-Control und der Europäischen Kommission besteht keine unmittelbare Versorgungskrise. E-Control hält die Versorgung Österreichs für den Winter 2026/27 bei gleichbleibender Importsituation und Infrastruktur für gewährleistet.
Sollte man jetzt einen Fixpreis oder einen Floater wählen?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein Fixpreis bietet Planungssicherheit, während ein variabler Tarif stärker an der Marktentwicklung teilnimmt. Entscheidend sind Tarifhöhe, Vertragsbedingungen, Verbrauch und persönliche Risikobereitschaft.
Quellen und Datenstand
- CEGH - Central European Gas Hub - österreichische Gas-Spot- und Futures-Daten, Futures-Daten vom 25.09.2026
- Gas Infrastructure Europe - Gasspeicher Österreich und EU, Stand 28.09.2026
- E-Control - Entwicklung der Strom- und Gasgroßhandelsmärkte 2026
- E-Control - Österreichischer Marktpreis und EEX-Phelix-AT-Futures
- E-Control - Bericht zur Versorgungssicherheit Gas 2026
- Europäische Kommission - Gas Coordination Group, 25.09.2026
- BMWET - Strategische Gasreserve Österreich, 06.07.2026
- Austrian Power Grid - Day-Ahead-Preise Österreich
- E-Control - Strom- und Gaspreismonitor für Endkunden
Hinweis: Dieser Beitrag bildet den Informationsstand vom 29. September 2026 ab. Großhandels- und Terminmarktpreise können sich kurzfristig verändern. Terminpreise stellen keine Garantie für zukünftige Spotpreise oder Endkundenpreise dar. Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine individuelle Tarif- oder Vertragsprüfung.

