PV-Einspeisung 2026: Was sich für Photovoltaik-Anlagen in Österreich ändert
Photovoltaik am eigenen Dach zahlt sich aus – aber wie viel bekommen Sie 2026 tatsächlich für Ihren eingespeisten Sonnenstrom? Die Einspeisetarife in Österreich hängen vom OeMAG-Marktpreis, vom gewählten Energieversorger und von regionalen Sonderboni ab. Gleichzeitig ändern sich ab 2026 wichtige Rahmenbedingungen im Strommarkt. Dieser Beitrag erklärt verständlich, was Betreiberinnen und Betreiber von PV-Anlagen in Österreich jetzt wissen sollten – vom Einfamilienhaus über landwirtschaftliche Betriebe bis hin zu kleinen Unternehmen.

1. Kurz erklärt: Wie funktioniert PV-Einspeisung in Österreich?
Wenn Ihre Photovoltaikanlage mehr Strom erzeugt, als Sie selbst verbrauchen, wird der Überschuss ins öffentliche Netz eingespeist. Dafür erhalten Sie eine Vergütung pro Kilowattstunde (kWh) – den Einspeisetarif.
Grundsätzlich gibt es zwei typische Modelle:
- OeMAG-Marktpreis – Sie speisen zu einem vom Gesetz definierten Marktpreis ein, der sich regelmäßig ändert.
- Einspeisevertrag mit einem Energieversorger – meist mit fixen oder an den Marktpreis gekoppelten Cent/kWh, oft in Kombination mit einem Stromliefervertrag.
Wichtig: Es gibt keinen einheitlichen Einspeisetarif mehr für alle. Was Sie bekommen, hängt von Ihrem konkreten Vertrag ab – und der kann 2026 deutlich schlechter oder besser sein als die Alternativen.
2. Rückblick 2025: Starke Schwankungen beim Marktpreis
2025 war für viele PV-Betreiber ein Jahr mit stark schwankenden Einspeiseerlösen. Der OeMAG-Marktpreis – also jener Wert, der als Referenz für viele Modelle dient – bewegte sich im Bereich von rund 5 bis knapp 10 Cent pro kWh. Je nach Quartal und Monat gab es deutliche Ausschläge nach oben und unten.
| Zeitraum 2025 | Beispiel OeMAG-Marktpreis* | Tendenz | Auswirkung für Einspeiser |
|---|---|---|---|
| Jänner 2025 | ca. 9,7 ct/kWh | hoher Start ins Jahr | Attraktive Vergütung für Winterstrom – gut für Anlagen mit hoher Winterproduktion. |
| Mai 2025 | ca. 5,9 ct/kWh | deutlicher Rückgang | Sommerstrom wurde deutlich schlechter bezahlt, trotz hoher Erzeugung. |
| Herbst 2025 | rund 9,1 ct/kWh | erneuter Anstieg | Für viele Betreiber wieder spürbar bessere Erlöse. |
*Werte gerundet, dienen zur Illustration der Schwankungen. Maßgeblich sind die offiziell veröffentlichten Marktpreise.

3. Was ändert sich 2026 für Einspeiser?
Auch 2026 bleibt die Einspeisung von PV-Strom spannend. Drei Punkte sind besonders wichtig:
3.1 Wegfall regionaler Sonderboni
In manchen Bundesländern und bei einzelnen Energieversorgern laufen mit 31. Dezember 2025 Sonderboni für Einspeiser aus. Ein Beispiel ist Vorarlberg, wo ab 2026 niedrigere Einspeisevergütungen gelten. Ähnliche Anpassungen sind auch bei anderen Versorgern möglich.
3.2 Neues Strom- und Energiewirtschaftsrecht
Mit der Strommarktreform und dem neuen Energiewirtschaftsrecht werden mehrere Ziele verfolgt:
- Sozialtarif für einkommensschwache Haushalte beim Strombezug,
- Preisdeckel als Kriseninstrument für Endkunden,
- Steuerung von Einspeisung und Netzkosten, um das System stabil zu halten.
Für PV-Betreiber bedeutet das: Einspeisung wird stärker in ein Gesamtsystem eingebettet, in dem Netzstabilität und Kostengerechtigkeit eine größere Rolle spielen. Die Politik signalisiert klar: Eigenverbrauch wird langfristig noch attraktiver, rein auf Einspeisung zu setzen, reicht nicht mehr.
3.3 Förderungen & Speicher: Fokus auf Eigenverbrauch
2026 sind wieder Fördercalls für Photovoltaik und Speicher geplant. Die Kombination aus PV-Anlage und Speicheranlage gewinnt an Bedeutung: Je mehr Strom Sie selbst verbrauchen, desto weniger abhängig sind Sie von schwankenden Einspeisevergütungen.
4. Einspeisen oder selbst verbrauchen? So finden Sie die richtige Strategie
Bei jeder PV-Anlage stellt sich die Frage: Wie viel Einspeisung ist sinnvoll – und wie viel Eigenverbrauch? Die Antwort hängt von Ihrer Situation ab.
4.1 Private Haushalte
Für typische Haushalte mit 5–10 kWp gilt:
- Ein hoher Eigenverbrauchsanteil (z. B. mit Wärmepumpe, E-Auto, Speicher) bringt langfristig die größte Ersparnis.
- Einspeisung ist ein Zusatz-Erlös, aber nicht die Hauptsäule des Geschäftsmodells.
- 2026 wird die Optimierung von Lasten (Waschmaschine, Laden des E-Autos, Warmwasser) zur richtigen Tageszeit noch wichtiger.
4.2 Landwirte
Landwirtschaftliche Betriebe haben oft einen hohen Tagesverbrauch (Melkanlagen, Kühlung, Lüftung, Fütterungstechnik). Für sie ist spannend:
- Lastverschiebung: Verbrauch in Zeiten hoher Eigenerzeugung legen,
- Kombination aus Eigenversorgung + Einspeisung,
- Prüfung von Sondertarifen für landwirtschaftliche Betriebe beim Strombezug.
Viele Landwirte können mit der richtigen Abstimmung von Einspeisevertrag und Stromliefervertrag mehrere Tausend Euro im Jahr optimieren.
4.3 Gewerbebetriebe & Kleinunternehmen
Ob Bäckerei, Gasthaus, Friseur oder kleines Büro – PV kann hier gleich doppelt wirken:
- Tagsüber läuft der Betrieb, Strom wird sofort vor Ort genutzt.
- Überschüsse werden eingespeist und bringen Zusatzerlöse.
- Mit dynamischen Tarifen kann es sich lohnen, bestimmte Prozesse (z. B. Kühlung, Waschmaschinen) zeitlich zu verschieben.
5. Checkliste: Was Sie 2026 als PV-Betreiber prüfen sollten
- Vertrag heraussuchen: Haben Sie OeMAG-Marktpreis, einen fixen Cent-Betrag oder ein Sondermodell?
- Laufzeit & Kündigungsfrist prüfen: Wann können Sie wechseln oder neu verhandeln?
- Bezugstarif & Einspeisetarif gemeinsam betrachten: Oft gibt es Pakete, die nur im Gesamtpaket wirklich attraktiv sind.
- Eigenverbrauchsquote berechnen: Wie viel Ihres PV-Stroms nutzen Sie selbst, wie viel speisen Sie ein?
- Speicher & Erweiterungen prüfen: Lohnt sich ein Speicher oder die Erweiterung der Anlage mit Blick auf 2026–2030?
- Regionale Besonderheiten beachten: Gibt es in Ihrem Bundesland Boni, spezielle Tarife oder Förderprogramme?
6. Wie StruGa PV-Betreiber in Österreich unterstützt
Wir bei StruGa.at sehen täglich, wie groß die Unterschiede zwischen einzelnen Einspeiseverträgen und Stromlieferverträgen sind – gerade bei PV-Anlagen in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien.
Unser Service für PV-Betreiber, Landwirte und Betriebe:
- Analyse Ihrer Jahresabrechnung – inklusive Einspeisung und Strombezug,
- Vergleich passender Tarife für Strombezug & Einspeisung (kein reiner Online-Rechner),
- klare Empfehlung, ob Ihr aktueller Vertrag gut ist – oder ob sich ein Wechsel 2026 auszahlt.
Unser Ziel ist nicht, Sie um jeden Preis zum Wechsel zu bringen. Wenn Ihr Vertrag bereits sehr gut ist, sagen wir das auch – das schafft Vertrauen und Planungssicherheit.
FAQ: Häufige Fragen zur PV-Einspeisung 2026
Sinken oder steigen die Einspeisetarife 2026?
Es gibt keine einheitliche Richtung. Einzelne regionale Boni laufen aus, der OeMAG-Marktpreis bleibt schwankend. Entscheidend ist Ihr konkreter Vertrag – in manchen Fällen lohnt sich ein Wechsel, in anderen nicht.
Soll ich 2026 lieber einspeisen oder mehr selbst verbrauchen?
Langfristig bleibt Eigenverbrauch der stärkste Hebel, weil Sie damit den teuren Netzstrom ersetzen. Einspeisung ist wichtig, aber sie sollte in eine Gesamtstrategie eingebettet werden (z. B. mit Speicher, intelligenter Steuerung oder passenden Tarifen).
Ändert das neue Stromgesetz etwas für meine bestehende Anlage?
Ja, mittelbar schon. Sozialtarife, Preisdeckel und mögliche Steuerungsinstrumente für Einspeisung verändern die Rahmenbedingungen. Ihre vorhandenen Verträge gelten zwar weiter, aber neue Produkte und Modelle kommen dazu. Deshalb lohnt es sich, 2026 bewusst zu prüfen, ob Ihr Setup noch optimal ist.
Wie läuft die Beratung bei StruGa ab?
Sie senden uns Ihre letzte Jahresabrechnung (Strom & PV-Einspeisung). Wir analysieren die Daten, vergleichen passende Angebote und melden uns mit einer klaren, verständlichen Empfehlung. Die Beratung ist für Sie kostenlos & unverbindlich.

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