Warum zahlen viele Österreicher zu viel für Strom und Gas?

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Warum zahlen viele Österreicher zu viel für Strom und Gas?

Viele Haushalte befinden sich in veralteten Verträgen mit ungünstigen Konditionen oder nutzen den teuren Grundversorgungstarif. Zudem werden Preissenkungen am Großhandelsmarkt oft nicht automatisch an Bestandskunden weitergegeben, sondern erfordern einen aktiven Tarifwechsel. Unkenntnis über Kündigungsfristen und Angst vor dem Wechselprozess führen zusätzlich dazu, dass vorhandene Sparpotenziale ungenutzt bleiben.

Das Phänomen der „Schläfer“-Verträge

Ein Hauptgrund für überhöhte Energiekosten ist die Trägheit bei der Vertragsprüfung. Viele Konsumenten beziehen Strom und Gas seit Jahren vom selben lokalen Anbieter, ohne die Konditionen jemals angepasst zu haben. Diese sogenannten Alttarife spiegeln oft Preisniveaus wider, die deutlich über den aktuellen Marktpreisen liegen.

Energieanbieter neigen dazu, treue Kunden nicht proaktiv auf günstigere Alternativen hinzuweisen. Stattdessen profitieren sie davon, dass Bestandskunden Preiserhöhungen oft hinnehmen, anstatt den Anbieter zu wechseln.

Intransparenz durch Bonusmodelle

Der Energiemarkt ist durch komplexe Tarifstrukturen gekennzeichnet. Viele Angebote werben mit hohen Einmalrabatten oder Neukundenboni, die den effektiven Preis im ersten Jahr senken. Nach Ablauf der Bindefrist entfallen diese Boni jedoch oft, und der Arbeitspreis steigt signifikant an.

Kunden, die nicht rechtzeitig vor Ablauf der Frist erneut vergleichen und wechseln, rutschen automatisch in teurere Tarifstufen. Unabhängige Analysen helfen hierbei, die tatsächlichen Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit transparent zu machen und Kostenfallen zu vermeiden.

Häufige Fragen

Werden treue Kunden automatisch auf günstigere Tarife umgestellt?

In der Regel erfolgt keine automatische Umstellung auf günstigere Tarife für Bestandskunden. Energieversorger geben Preissenkungen am Markt oft zuerst an Neukunden weiter, um diese zu gewinnen, während bestehende Verträge zu den alten, höheren Konditionen weiterlaufen, sofern der Kunde nicht aktiv wird.

Warum ist der Grundversorgungstarif oft teurer?

Der Grundversorgungstarif dient als Auffangnetz für Kunden, die keinen speziellen Vertrag abgeschlossen haben. Da Anbieter hier keine Planungssicherheit haben und keine Bindefristen bestehen, werden Risiken und Verwaltungskosten oft durch höhere Arbeitspreise kompensiert.

Die regelmäßige Überprüfung der eigenen Energiekosten ist notwendig, um nicht mehr als marktüblich zu bezahlen. Durch aktives Handeln und objektive Vergleiche lassen sich finanzielle Nachteile durch Alttarife effektiv vermeiden.

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