Sommer 2026: So entwickeln sich die Strompreise in Österreich
Was Haushalte, Landwirte, Gewerbebetriebe, Vereine und Gemeinden jetzt über ihre Energiekosten wissen müssen – mit konkreten Zahlen, Hintergründen und Spartipps.
(Energieagentur, Feb. 2026)
(brutto, inkl. aller Kosten)
(Ø Österreich, ab Jän. 2026)
durch Anbieterwechsel
Die aktuelle Lage am Strommarkt
Nach den extremen Preissprüngen der Energiekrise 2022/2023 normalisieren sich die Märkte – aber von einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau kann keine Rede sein. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt im Frühjahr 2026 bei 21 bis 25 Cent je kWh, inklusive Netzentgelten, Steuern und Abgaben. Das entspricht in etwa dem Niveau von 2020, liegt aber noch deutlich über den rund 20 Cent von 2019.
Was viele überrascht: Der reine Börsenpreis für Strom (Großhandel, EPEX Spot Austria) ist mit 8–10 Cent je kWh wieder auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Der Gesamtpreis bleibt trotzdem hoch – weil Netzentgelte, Steuern und Abgaben rund 55 % der Endkundenrechnung ausmachen und diese Komponenten sich weitgehend unabhängig vom Börsenpreis entwickeln.
Zusammensetzung des Haushaltsstrompreises 2026
Marktentwicklung Sommer 2026 im Detail
| Kostenkomponente | Entwicklung 2026 | Tendenz | Was das bedeutet |
|---|---|---|---|
| Großhandel / Energiepreis | 8–10 ct/kWh (EPEX Spot AT) | ENTSPANNUNG | Normalisierung nach Krisenhoch; Sommer 2026 stabil bis leicht sinkend durch PV-Einspeisung |
| Strom-Netzentgelte | Ø +1 % österreichweit; regional variabel | REGIONAL | Burgenland steigend, Salzburg rückläufig; Ursache: Netzausbau für Erneuerbare |
| Gas-Netzentgelte | Ø +18 % im Jahr; ~+5 €/Monat | STEIGEND | Rückgang der Transitmengen seit Ukraine-Krieg; Kosten auf Endkunden umgelegt |
| Elektrizitätsabgabe | Senkung auf 0,1 ct/kWh (EU-Minimum) | ENTLASTUNG | Ø ~50 € Einsparung/Jahr für 3.500 kWh-Haushalt |
| Ökostrombeitrag | Senkung um 14 % ab 2026 | ENTLASTUNG | Ø ~10 € Einsparung/Jahr für Standardhaushalt |
| Spotmarkt-Tarife | Im Sommer oft negativ (Mittagsspitze) | CHANCE | Dynamische Tarife mit Smart Meter attraktiv; Wintermonate bleiben volatil |
Was das für Sie bedeutet – nach Kundengruppe
Private Haushalte
- Ø-Preis 2026: 21–25 ct/kWh (brutto)
- Bestandskunden zahlen oft bis zu 35 ct/kWh
- Wechselpotenzial: bis zu 500 € Ersparnis/Jahr
- Smart Meter + dynamischer Tarif: lohnt sich bei flexiblem Verbrauch
Landwirtschaft
- Vorteil: EU-Mindestsatz bei Energiesteuer (0,05 ct/kWh)
- Begünstigung gilt auch 2026 weiter (2 Cent Vorteil vs. Haushalt)
- Eigenerzeugung (PV) + Speicher: Sommerstrom oft selbst günstiger
- Sommer-Sonnentarif ideal für Stall- und Trocknungsanlagen
Gewerbe & Betriebe
- Preisschere: Bei 8.000 kWh/a Markt von 1.200 bis 3.500 €/a
- Bei 30.000 kWh/a: Differenz oft über 5.000 €/a
- RLM-Kunden: Tranchen-Einkauf und Fixpreissicherung für 2026/27 sinnvoll
Vereine & Gemeinden
- Vereine meist wie Kleingewerbe eingestuft (Gewerbetarife prüfen!)
- Energiegemeinschaften (EEG) als neue Option ab 2026
- Kommunale Wärmeplanung ab 2026 verpflichtend für Städte > 100k EW
- Ausschreibungspflicht: Unabhängige Beratung sichert Rechtssicherheit
Welcher Tarif ist der richtige?
| Tariftyp | Funktion | Eignung | Risiko 2026 |
|---|---|---|---|
| Fixpreis-Tarif | Arbeitspreis für 12–24 Monate fest | Planungssicherheit für Haushalte & Betriebe | GERING |
| Floattarif | Monatliche Anpassung nach Index | Risikobereite Kunden; günstig bei sinkendem Markt | MITTEL |
| Spot-/Dynamiktarif | Stündliche EPEX Spot Kurse | Haushalte mit Smart Meter & flexiblem Verbrauch | HÖHER |
| CAP-Tarif | Float mit Preisobergrenze | Sicherheit und Marktchancen kombiniert | MODERAT |
5 konkrete Maßnahmen, die jetzt Geld sparen
- 1Tarif prüfen und wechseln: Der schnellste Weg zu bis zu 500 € Ersparnis im Jahr. Wechsel dauert 15 Min.
- 2Sonderkündigung nutzen: Bei jeder Preiserhöhung sofort aussteigen und Marktvorteil nutzen.
- 3Sommer-Sonnentarif: Verbraucher aktiv in die Zeit von 10:00 bis 16:00 Uhr verlegen (PV-Zeit).
- 4Energiegemeinschaft (EEG): Mit Nachbarn oder Vereinen Strom teilen und Netzkosten senken.
- 5Gas-Netzentgelte: Wegen 18 % Steigerung langfristig auf effiziente Alternativen umstellen.
Ausblick: Was kommt nach dem Sommer?
Der Herbst und Winter 2026/27 bleiben ein Unsicherheitsfaktor. Geopolitische Risiken und kalte Winter können die Börsenpreise wieder anheben. Gleichzeitig bringt der massive Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich strukturell sinkende Großhandelspreise – aber potenziell höhere Netzentgelte für den notwendigen Infrastrukturausbau. Wer heute die richtigen Weichen stellt, ist langfristig besser positioniert.
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Österreichische Energieagentur – Strompreisindizes 2026 (ÖSPI, Stand Mai 2026)
E-Control Austria – Offizieller Marktbericht & Verordnung der Netzentgelte 2026
EPEX Spot Austria – Großhandelspreise (Day-Ahead Marktwerte Q1/2026)
Smart Meter Portal AT – Statistische Auswertung Verbrauchsflexibilisierung (März 2026)
Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr. Die tatsächlichen Preise können je nach Region, Netzgebiet und individuellem Anbieterwechsel-Zeitpunkt abweichen.

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